Bei einem Umzug denkt man an Transporter, Helfer und Kisten schleppen. An die Kisten selbst denkt man meist erst, wenn es fast zu spät ist. Dabei geht es um mehr Geld, als viele vermuten: Wer für eine Familienwohnung 80 neue Kartons kauft, ist schnell 200 bis 300 Euro los. Die gute Nachricht: Das muss nicht sein. Wir zeigen Ihnen, wie viele Kartons Sie wirklich brauchen, wo Sie günstig oder sogar kostenlos fündig werden und an welchen Stellen billig am Ende teuer wird.
Wie viele Umzugskartons brauche ich überhaupt?
Die häufigste Fehleinschätzung zuerst: Fast jeder unterschätzt seinen Bedarf. Als Faustregel hat sich rund
ein Karton pro Quadratmeter Wohnfläche bewährt, Bücherwürmer, Sammler und Familien mit Kindern legen 20 bis 30 Prozent drauf. Zur Orientierung:
| Haushalt |
Ungefährer Bedarf |
| 1-Zimmer-Wohnung / WG-Zimmer |
20 bis 40 Kartons |
| 2-Zimmer-Wohnung (Paar) |
40 bis 60 Kartons |
| 3-Zimmer-Wohnung |
60 bis 80 Kartons |
| 4+ Zimmer / Haus mit Familie |
80 bis 120 Kartons |
Besorgen Sie lieber ein paar Kartons zu viel als zu wenig. Nichts bremst einen Umzug so zuverlässig aus wie die Erkenntnis am Vorabend, dass der halbe Kleiderschrank noch keinen Platz hat.
Gratis-Quellen: Hier bekommen Sie Kartons geschenkt
- Kleinanzeigen und Nachbarschafts-Apps: Die ergiebigste Quelle überhaupt. Wer gerade umgezogen ist, will seine Kartons loswerden, oft 50 Stück auf einen Schlag und in gutem Zustand. Suchen Sie nach ‚Umzugskartons zu verschenken‘ und schauen Sie regelmäßig rein, die Anzeigen sind schnell weg.
- Supermärkte und Getränkemärkte: Fragen Sie morgens nach dem Einräumen der Ware, dann ist die Auswahl am größten. Bananenkisten sind der Klassiker: stabil, mit Deckel, ideal für Bücher und schwere Kleinteile.
- Apotheken und Buchhandlungen: Ein Geheimtipp, denn deren Lieferkartons sind klein, stabil und perfekt für schwere, empfindliche Dinge.
- Der eigene Bekanntenkreis: Eine kurze Nachricht in die Familien- und Freundesgruppe fördert oft erstaunliche Kartonvorräte aus Kellern zutage.
Der ehrliche Nachteil der Gratis-Variante: Sie brauchen Vorlauf und die Qualität ist Glückssache. Weiche, mehrfach benutzte oder feucht gelagerte Kartons geben unter Last nach, und ein reißender Karton auf der Kellertreppe kostet mehr als jede Neuanschaffung.
Günstig kaufen: gebraucht, im Set oder zur Aktion
Wenn es planbarer sein soll, sind gebrauchte Profi-Umzugskartons der beste Kompromiss aus Preis und Sicherheit. Auf Kleinanzeigen-Portalen werden sie nach einmaliger Nutzung oft für einen Bruchteil des Neupreises verkauft. Neue Standardkartons kosten im Baumarkt oder online meist
2 bis 4 Euro pro Stück, im größeren Set sinkt der Stückpreis spürbar. Vergleichen lohnt sich, denn zwischen Baumarkt-Aktion und Markenkarton liegen schnell 50 Prozent Preisunterschied bei nahezu gleicher Qualität. Achten Sie beim Kauf auf zweiwellige Pappe, die erkennt man an der doppelten Wellenschicht an der Schnittkante. Einwellige Billigkartons sind für Kleidung in Ordnung, für Bücher und Geschirr aber riskant.
Leihen statt kaufen: die unterschätzte dritte Option
Viele Umzugsunternehmen und einige Anbieter verleihen stabile Kartons oder Mehrweg-Kunststoffboxen für kleines Geld. Die Vorteile: Profiqualität, kein Entsorgungsproblem nach dem Umzug und nebenbei die nachhaltigste Lösung. Gerade Kunststoffboxen sind bei Regen ein echter Trumpf, denn nasser Pappkarton verliert dramatisch an Tragkraft. Fragen Sie bei der Angebotsanfrage einfach mit an, ob Leihkartons verfügbar sind. Wer es unkompliziert mag, bekommt stabiles Material auch direkt beim Umzugsprofi: Unser
Verpackungsmaterial umfasst neben Kartons auch Luftpolsterfolie, Packpapier und Kleiderboxen, in denen Hemden und Jacken hängend und knitterfrei umziehen.
Wann sich Qualität trotzdem lohnt
So sehr sich beim Standardkarton sparen lässt, an drei Stellen ist Geiz die falsche Strategie:
- Bücherkartons: Bücher sind das schwerste Umzugsgut überhaupt. Hier zählt zweiwellige Qualität und ein kleineres Format, damit der volle Karton unter 20 Kilo bleibt.
- Gläser- und Geschirrkartons: Kartons mit Facheinteilung kosten mehr, ersetzen aber meterweise Packpapier und verhindern das böse Klirren beim Absetzen.
- Kleiderboxen: Für Anzüge, Kleider und Mäntel unschlagbar. Die braucht niemand zu kaufen, leihen genügt völlig.
Drei Fehler, die beim Kartonsparen richtig teuer werden
Zu große Kartons wählen. Der XXL-Karton wirkt effizient, wiegt vollgepackt aber 40 Kilo und trägt sich nicht mehr. Standardgröße mit maximal 15 bis 20 Kilo Füllgewicht ist die Obergrenze, an der sich auch Profis orientieren.
Obstkisten ohne Deckel stapeln. Offene Kisten lassen sich im Transporter nicht sicher türmen und laden zum Überfüllen ein. Wenn Gratis-Kisten, dann mit Deckel.
Am Klebeband sparen. Der Karton trägt nur so viel wie sein Boden. Billiges Klebeband löst sich, gutes kostet zwei Euro mehr und rettet Ihr Geschirr. Boden immer doppelt kreuzweise verkleben.
Häufige Fragen
Was kosten Umzugskartons neu?
Standardkartons liegen je nach Qualität und Abnahmemenge bei etwa 2 bis 4 Euro pro Stück, stabile Bücherkartons eher am oberen Ende. Spezialkartons wie Gläserkartons mit Einteilung oder Kleiderboxen kosten deutlich mehr, weshalb sich bei ihnen das Leihen anbietet.
Sind Bananenkisten als Umzugskartons geeignet?
Ja, mit Einschränkung. Bananenkisten sind erstaunlich stabil und für Bücher, Ordner und Kleinkram bestens geeignet. Für empfindliches Gut fehlt ihnen die geschlossene Wand, und das offene Format stapelt sich im Transporter schlechter als genormte Umzugskartons.
Wohin mit den Kartons nach dem Umzug?
Verkaufen oder verschenken Sie sie über Kleinanzeigen, gut erhaltene Umzugskartons sind dort gefragt und binnen Tagen abgeholt. So bekommen Sie einen Teil Ihrer Kosten zurück und der Kreislauf beginnt beim nächsten Umziehenden von vorn. Nur durchweichte oder gerissene Exemplare gehören ins Altpapier.
Fazit: Mischen macht den günstigsten Umzug
Die günstigste Strategie ist fast immer eine Kombination: Gratis-Kartons von Kleinanzeigen und aus dem Supermarkt für Unempfindliches, ein paar gekaufte oder geliehene Qualitätskartons für Bücher, Geschirr und Kleidung. So kommen Sie je nach Haushaltsgröße mit einem Bruchteil der Neukaufkosten aus. Was der Umzug darüber hinaus kostet und an welchen Stellschrauben Sie sonst noch sparen können, lesen Sie in unserem Beitrag
Was kostet ein Umzug mit einem Umzugsunternehmen?