Ummelden nach dem Umzug: Diese Fristen und Behördengänge sollten Sie kennen
Die Kartons sind ausgepackt, das Bett steht, der Kühlschrank läuft. Eigentlich wäre jetzt der Moment zum Durchatmen. Doch mit dem Einzug beginnt ein Teil des Umzugs, den viele unterschätzen: der Papierkram. Wer sich nicht rechtzeitig ummeldet, riskiert ein Bußgeld. Und wer vergisst, Banken, Versicherungen und Behörden zu informieren, dem gehen wichtige Briefe verloren. In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen, welche Fristen gelten, welche Unterlagen Sie brauchen und in welcher Reihenfolge Sie am besten vorgehen.
Die wichtigste Frist: 14 Tage für die Anmeldung des Wohnsitzes
Das Bundesmeldegesetz ist an dieser Stelle eindeutig: Nach dem Einzug in die neue Wohnung haben Sie zwei Wochen Zeit, sich beim Einwohnermeldeamt anzumelden. Die Frist beginnt mit dem tatsächlichen Einzug, nicht mit dem Datum im Mietvertrag. Wer die Anmeldung verschleppt, begeht eine Ordnungswidrigkeit, für die theoretisch ein Bußgeld von bis zu 1.000 Euro fällig werden kann. In der Praxis drücken viele Ämter bei wenigen Tagen Verspätung ein Auge zu, verlassen sollten Sie sich darauf aber nicht.
Gut zu wissen: Eine separate Abmeldung am alten Wohnort ist nicht nötig, wenn Sie innerhalb Deutschlands umziehen. Das erledigt das Meldeamt automatisch. Abmelden müssen Sie sich nur, wenn Sie ins Ausland ziehen oder eine Zweitwohnung aufgeben.
Diese Unterlagen brauchen Sie im Bürgerbüro
- Personalausweis oder Reisepass aller Personen, die angemeldet werden
- Wohnungsgeberbestätigung: Dieses Dokument stellt Ihr Vermieter aus. Der Mietvertrag allein reicht nicht! Fordern Sie die Bestätigung am besten schon bei der Schlüsselübergabe ein.
- Das ausgefüllte Anmeldeformular, das die meisten Städte zum Download anbieten
- Bei Kindern: die Geburtsurkunde, bei getrennt lebenden Eltern gegebenenfalls eine Zustimmungserklärung des anderen Sorgeberechtigten
Die neue Adresse wird direkt vor Ort per Aufkleber auf Ihrem Personalausweis geändert. Das ist kostenlos und dauert nur wenige Minuten. In Augsburg buchen Sie den Termin im Bürgerbüro am besten online über die Stadt, denn gerade rund um den Monatswechsel sind die Termine schnell vergriffen. Planen Sie den Termin also idealerweise schon vor dem Umzugstag ein.
Auto ummelden: Ihr Kennzeichen dürfen Sie behalten
Nach dem Wohnsitz kommt das Fahrzeug. Die neue Adresse muss in die Zulassungsbescheinigung Teil I eingetragen werden, zuständig ist die Zulassungsbehörde am neuen Wohnort. Die gute Nachricht: Seit der bundesweiten Kennzeichenmitnahme dürfen Sie Ihr bisheriges Kennzeichen behalten, auch wenn Sie in einen anderen Zulassungsbezirk ziehen. Neue Schilder brauchen Sie nur, wenn Sie das ausdrücklich wollen.
Für die reine Adressänderung genügen in der Regel Ihr Ausweis mit neuer Adresse und die Zulassungsbescheinigung Teil I. In vielen Städten lässt sich das inzwischen auch online über die i-Kfz-Portale erledigen. Denken Sie außerdem daran, Ihre Kfz-Versicherung zu informieren: Die Regionalklasse hängt vom Wohnort ab, Ihr Beitrag kann sich durch den Umzug also ändern, in beide Richtungen.
Der Nachsendeauftrag: Ihr Sicherheitsnetz
So sorgfältig Sie auch planen, irgendeinen Absender vergisst man immer. Genau dafür gibt es den Nachsendeauftrag der Post. Er leitet Briefe von der alten an die neue Adresse weiter, wahlweise für 6 oder 12 Monate. Beantragen Sie ihn etwa zwei bis drei Wochen vor dem Umzug, damit er ab dem ersten Tag greift. Die Gebühr ist überschaubar und gut investiert: Jeder nachgesendete Brief zeigt Ihnen außerdem, wen Sie noch über die neue Adresse informieren müssen.
Wen Sie sonst noch informieren sollten
Neben den Behörden gibt es eine ganze Reihe von Stellen, die Ihre neue Adresse brauchen. Am einfachsten arbeiten Sie die Liste in Blöcken ab:
Finanzen und Verträge: Bank, Kreditkartenanbieter, Versicherungen aller Art, Bausparkasse, laufende Kredite. Viele Banken lassen die Adressänderung bequem im Online-Banking zu.
Arbeit und Staat: Arbeitgeber, Krankenkasse und Finanzamt. Falls relevant, auch die Familienkasse (Kindergeld), das BAföG-Amt oder die Agentur für Arbeit. Der Rundfunkbeitrag, vielen noch als GEZ geläufig, lässt sich in wenigen Minuten online ummelden.
Energie und Kommunikation: Melden Sie Strom und Gas am alten Wohnort ab und am neuen an, und notieren Sie an beiden Orten die Zählerstände mit Foto. Beim Internetanschluss brauchen Anbieter oft mehrere Wochen Vorlauf. Kann Ihr bisheriger Anbieter am neuen Wohnort nicht liefern, haben Sie ein Sonderkündigungsrecht.
Alltag: Schule oder Kita, Ärzte, Vereine, Zeitschriften-Abos und die wichtigsten Online-Shops. Hundebesitzer melden ihren Vierbeiner bei der Hundesteuer der alten Gemeinde ab und am neuen Wohnort an.
Der Zeitplan: So gehen Sie am besten vor
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Wann? |
Was ist zu tun? |
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Ca. 3 Wochen vorher |
Nachsendeauftrag stellen, Termin im Bürgerbüro buchen, Internetanbieter über den Umzug informieren |
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In der Umzugswoche |
Zählerstände in alter und neuer Wohnung notieren, Wohnungsgeberbestätigung vom Vermieter einholen |
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Innerhalb von 2 Wochen |
Wohnsitz anmelden, Rundfunkbeitrag ummelden |
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Innerhalb von 4 Wochen |
Auto ummelden, Bank, Versicherungen, Krankenkasse und alle weiteren Vertragspartner informieren |
Häufige Fragen zum Ummelden
Was passiert, wenn ich die 14-Tage-Frist verpasse?
Formal handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld geahndet werden kann. Bei einer kurzen Verspätung mit nachvollziehbarem Grund, etwa weil kein Termin verfügbar war, bleiben die meisten Ämter kulant. Wichtig ist, dass Sie den Termin nachweislich frühzeitig gebucht haben.
Kann ich mich auch online anmelden?
Die elektronische Wohnsitzanmeldung wird in Deutschland Schritt für Schritt ausgebaut. Ob Ihre Stadt bereits teilnimmt, sehen Sie auf deren Website. Voraussetzung ist ein Personalausweis mit aktivierter Online-Funktion.
Muss ich mich am alten Wohnort abmelden?
Nein. Bei einem Umzug innerhalb Deutschlands genügt die Anmeldung am neuen Wohnort, die Abmeldung erfolgt automatisch. Nur bei einem Wegzug ins Ausland oder der Aufgabe einer Nebenwohnung ist eine aktive Abmeldung nötig.
Wie melde ich die GEZ nach dem Umzug um?
Die GEZ heißt heute Beitragsservice, gemeint ist der Rundfunkbeitrag. Die Ummeldung erledigen Sie in wenigen Minuten online über das Formular des Beitragsservice, Sie brauchen dafür nur Ihre Beitragsnummer und die neue Adresse. Praktisch beim Zusammenziehen: Pro Wohnung fällt der Beitrag nur einmal an. Zahlt Ihr Partner bereits, können Sie Ihr eigenes Beitragskonto unter Angabe seiner Beitragsnummer abmelden.
Fazit: Mit System durch den Behördendschungel
Das Ummelden ist keine Raketenwissenschaft, aber es sind viele kleine Aufgaben mit unterschiedlichen Fristen. Wer die Termine früh bucht, die Wohnungsgeberbestätigung rechtzeitig einfordert und mit dem Nachsendeauftrag ein Sicherheitsnetz spannt, hat den Papierkram in zwei bis drei Wochen abgehakt. Damit auch der Rest Ihres Umzugs entspannt bleibt, hilft Ihnen unsere Umzugscheckliste bei der Planung. Und wenn Sie sich lieber ganz auf die Behördengänge konzentrieren möchten, während Profis die Kartons tragen: Wir unterstützen Sie gerne bei Ihrem Privatumzug in Augsburg und Umgebung.